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Austrian Clubleaders

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Februar 2012
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Austrian Clubleaders

Im siebten Teil der Austrian Clubleaders sprechen wir mit Bodystyle Inhaber Rudi Adler. Der ursprüngliche Bankier erzählt, wie glücklich er mit seiner Entscheidung ist, sich der Fitnessbranche voll und ganz gewidmet zu haben...


Herr Adler, Sie haben vor 21 Jahren Ihren ersten Fitnessclub am Loquaiplatz in Wien eröffnet. Was hat sich seither verändert?

Seit der Eröffnung im Jahr 1989 hat sich radikal viel verändert. Vor 21 Jahren hat man noch relativ unprofessionell arbeiten können und es hat trotzdem halbwegs funktioniert. Das ist heute natürlich absolut undenkbar! Heutzutage muss man absolut professionell agieren, unternehmerisch denken und dementsprechendes Qualitätsmanagement im Studio anbieten, weil die Kunden heute wesentlich anspruchsvoller sind als die Kunden von damals.
Auch das Zielpublikum ist ein ganz anderes geworden. Während es damals verstärkt junge Leute waren, gibt es heute kaum ein Alterslimit nach oben. Zum Beispiel: Unser ältester Kunde hat vor 2 Monaten mit uns  seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der kommt dreimal pro Woche her und geht brav aufs Laufband. So etwas hätte es vor 20 Jahren nicht gegeben! Erstens haben wir damals gar kein Laufband gehabt, sondern nur schwere Hanteln, und zweitens zeigt das schon an sich was sich da alles verändert hat. Meine Trainer waren damals Bodybuilding-Vizeweltmeister und heute sind sie Physiotherapeuten. Also auch von den Mitarbeitern her hat sich viel getan.

Sie haben 10 Jahre später Ihren zweiten Standort "Breitegasse" eröffnet. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewogen?


Das war eigentlich eine sehr persönliche Entscheidung, weil ich zu dieser  Zeit Fitness nur als Hobby nebenbei mit meiner damaligen Frau betrieben habe. Hauptberuflich war ich damals in einer Bank tätig. Nach einiger Zeit habe ich diese Doppelbelastung aber nicht mehr gewollt, weil man nur eine Sache gut machen kann. 1995 habe ich mich mir dann gesagt "Ok, eigentlich macht mir der Fitnesssport viel mehr Spaß als die Erbsen-Zählerei  in der Bank" und hab mich dann nur mehr dem Fitnessgedanken gewidmet. Da war mir der kleine Standort am Loquaiplatz mit 500 m² zu wenig, weil ich es dann nicht mehr nur hobbymäßig betreiben wollte, sondern schon auch mit dem gesamten wirtschaftlichen Gedanken im Hintergrund. Darum eben der zweite Standort.
Mit dieser Entscheidung bin ich auch heute noch sehr glücklich wenn man sieht wie es in den Banken zugeht und wie "angesehen" Bankmanager sind. Da bin ich schon sehr froh, dass ich die Branche damals gewechselt habe.

Wie schaut das Qualitätsmanagement innerhalb Ihrer Clubs aus?

Wir unternehmen sehr viel betreffend der Entwicklung. Wir machen zum Beispiel regelmäßig Mystery Shoppings mit einer professionellen Agentur, wir haben einen Mitgliederbeirat der aus wechselnden  10 bis 12 sehr kritischen Mitgliedern besteht. Mit denen halten wir quartalsweises Feedback Sitzungen ab. Wir machen auch einen internen Verbesserungsprozess, wo die Mitarbeiter Vorschläge machen können was zur Optimierung beitragen kann und wo Verbesserungspotential intern liegt. Mitarbeiter werden dafür auch belohnt, was sich auch in einem Teil des leistungsorientierten Gehalts wiederspiegelt.

Ihr Club liegt in einem sehr "Fitnessclub dicht besiedelten" Gebiet. Was hebt Sie hervor, was macht gerade Sie so erfolgreich?

Genau das, was Sie sagen. Die Lage! Ich will ganz ehrlich sein und nichts beschönigen: Alle Fitnessclub Betreiber, so hoffe ich zu mindestens, kümmern sich darum, dass sich der Kunde wohl fühlt, dass sie eine persönliche Betreuung haben und so weiter. Wir haben halt den Vorteil, dass wir eine super Lage haben, denn der Erfolg eines Studios hängt für mich von drei Dingen ab: Erstens die Lage, zweitens die Lage und drittens die Lage. Somit haben wir innerstädtisch (Breitegasse und Webgasse in Wien, Anm. der Redaktion) zwei optimale Standorte. Und mit der nötigen professionellen Arbeit in den Anlagen kommt der Erfolg.

Wie sehen Sie den Fitnessmarkt in der Zukunft?


Ich bin davon überzeugt, dass dieser weiterhin wachsen wird. Das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung wird auch durch die Medien immer wieder gefördert. Fitness gehört zum guten Ton und auch die Reputation hat in der Öffentlichkeit unheimlich gewonnen in den letzten 10 Jahren. Daher blicke ich sehr zuversichtlich in die Zukunft.


Wenn Sie in die Zukunft blicken, in welche Richtung geht denn der Fitnessmarkt?

Es geht einerseits noch immer sehr in Richtung Gesundheit und Wohlfühlen, andererseits geht es aber auch wieder ein wenig zurück zu den Wurzeln, zum reinen Krafttraining. Nicht umsonst haben wir in unseren Studios die Pure Strength Linie von Technogym wieder eingeführt. Meiner Meinung nach wird es sich in beide Richtungen entwickeln: Back to the Roots genauso wie Gesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit Ärzten und Physiotherapeuten.  
Ich widerspreche auch der momentanen öffentlichen Meinung, dass nur die "supertollen" teuren Clubs und die Billiganbieter  bestehen werden. Ich glaube nicht, dass die obere Mittelklasse, so wie wir es sind, wegstirbt, sondern dass wir genauso überleben! Wir beweisen das nun seit 20 Jahren und es ist nicht absehbar dass bei uns  irgendetwas schlechter wird, nur weil jetzt immer mehr Billiganbieter kommen. Jeder der einigermaßen professionell arbeitet hat seine Chance, so sehe ich das.

Wie sehen denn Ihre persönlichen Pläne aus? Wird es bald einen dritten Standort geben?

Wir waren am dritten Standort schon sehr nahe dran, aber das hat sich dann leider mit dem Vermieter zerschlagen. Unser Problem ist, dass wir unbedingt innerstädtisch bleiben möchten,  und hier eine 2.000 m² Fläche zu finden ist nicht leicht. Die Angebote sind leider sehr dünn, ganz anders als am Stadtrand, aber da möchten wir eben nicht hin. Wir sind nach wie vor offen, die Zeichen stehen auf Expansion, wir müssen nur etwas Passendes finden!




 


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