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Austrian Clubleaders

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Mai 2012
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Austrian Clubleaders

Martin Freudenschuss, Inhaber von Energy Fitness, betreibt mittlerweile 13 Fitnessclubs in Ober- und Niederösterreich. Im neunten Teil der Austrian Clubleaders plaudert er mit fitness.at Redakteurin Claudia Witzan unter anderem über einen außergewöhnlichen Grundsatz, den er in seinem Unternehmen anwendet...


Wie lange sind Sie schon in der Fitnessbranche?

Seit ziemlich genau 20 Jahren.  Schon mit 15 Jahren habe ich ganz normal mit Krafttraining begonnen  und später immer  wieder in Fitnessclubs als Trainer  ausgeholfen.  Später war ich bei diversen Fitness Unternehmen im Angestelltenverhältnis tätig. Meinen ersten eigenen Fitnessclub habe ich 1999 eröffnet.

Wo liegt Ihr aktueller Focus?

In den Jahren 2009 und 2010 haben wir wieder expandiert und in Summe 8 weitere Energy Fitness Clubs eröffnet, von denen 7 bereits schwarze Zahlen schreiben. Wir konzentrieren uns in diesem Jahr, in unseren Anlagen die Qualität zu verbessern und die Standorte zu festigen. Wir planen, im Kalenderjahr 2011 zwei bis drei weitere Clubs eröffnen.  Mein Team und ich möchten noch mehr Energie, Zeit und Ressourcen in unsere Mitglieder investieren, damit diese noch erfolgreicher werden.

Wie sehen Sie das Thema "Zusatzumsätze"? Wie relevant ist dies Ihrer Meinung nach für die Zukunft?

Zusatzumsätze sind mir persönlich nicht so wichtig. Das Wichtigste ist für mich, dass das Mitglied erfolgreich ist,  Freude am Training hat,  im Club richtig trainiert und trainieren lernt - sprich "betreut wird". Unsere Mitglieder werden von uns ganzheitlich betreut. Das heißt,  sie lernen das richtige Trainingsgewicht zu verwenden, im optimalen Pulsbereich zu trainieren und sich richtig gut zu ernähren.

Wie wird sich Ihrer Ansicht nach der Markt entwickeln?  Eher Richtung Qualität oder doch eher "low budget"?

Es wird sicher beides bestehen bleiben – low budget hat aus meiner Sicht doch auch Nachteile, weil es nicht möglich ist, das Mitglied bei einem monatlichen Beitrag von beispielsweise € 20,-- hochwertig zu betreuen -  das kann so nicht funktionieren.  Wohl eher nur bei Leuten, die sich auskennen und schon lange trainieren bzw. Mitglieder, die keinen Wert auf das Umfeld legen. Definieren wir es anders: wir kaufen zu Mittag auch nicht täglich im Supermarkt eine Wurstsemmel, sondern gehen lieber in ein gutes Restaurant und  sind dann auch bereit, den x-fachen Preis dafür zu bezahlen. Aus meiner Sicht gibt es in Zukunft für beide Schienen einen Markt mit den dazugehörigen Zielgruppen!

Anderes Thema: Welche Maßnahmen haben Sie zur Qualitätssicherung in Ihren Clubs?

Eines unserer aktuellen Projekte ist, den Kunden bei den ersten Trainings intensiv zu unterstützen. Bis vor kurzem haben unsere Trainer mit einem neuen Mitglied bei den ersten beiden Besuchen gemeinsam trainiert. Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, dem Kunden eine noch bessere Einschulung zu geben und haben die Zahl jetzt auf vier gemeinsame Trainings erhöht. Zusätzlich bekommt der Neukunde auf ihn abgestimmte Informationen über Ernährung und Zusatzernährung. Wir arbeiten gerade daran, diese Abläufe zu standardisieren. Das ist einer der Benefits für unsere Kunden. Wir gehen davon aus, dass sich diese Vorgehensweise positiv auf die Fluktuation auswirkt und dass wir es so schaffen,  unsere Mitglieder Ihren persönlichen Zielen näher zu bringen.

Sie setzen die fish!-Grundsätze um – wie kann man das verstehen  und wie wirkt sich das auf Ihre Unternehmen aus?
                     
Die Fish! Grundsätze sind Motivationstheorien der etwas anderen Art. Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen sind die Autoren dieser Bücher.  Von 2003 bis 2006 haben wir intensiv mit den fish! Grundsätzen gearbeitet. Es gibt eine Buchserie von 3 Büchern über die Fish! Grundsätze, eines über Management, eines über Kommunikation und Psychologie und eines speziell für Job und Karriere. Mir persönlich hat das Erste Buch am besten gefallen, daraus konnten wir auch einiges umsetzen. Es geht dabei um Freude an der Arbeit, um das „Spielen“  und vor allem um das „Präsent“ sein. Das ist elementar und das setzen wir auch bei unserer  täglichen Arbeit im Club um. Wichtig ist, im „Jetzt“ zu leben! Wenn ich hier mit Ihnen das Interview mache, dann bin ich ganz bei Ihnen und mache nichts anderes nebenbei  -  Handy ist tabu.

Wo sehen Sie denn die Zukunft ihrer Clubs?

Wir haben uns auf einwohnerschwache Gemeinden spezialisiert zwischen 3.000 und 10.000 Einwohnern, da gibt es in Österreich noch ein enormes Potential. Diesen Markt bearbeite ich quasi als „Einzelkämpfer“. Mir ist ganz besonders wichtig, dass ich meine Mitarbeiter optimal  schulen kann und Ihnen die richtigen Werte vermittle.  Diese spiegeln sich auch in unserer Philosophie wider. Ich bin der Meinung, dass man in der Fitnessbranche ein Idealist sein muss,  um erfolgreich zu sein.

Und wie wird sich Ihrer Meinung nach die Fitnessindustrie im allgemeinen entwickeln?

Ich hoffe, dass wir dem größten Mitbewerber – der Couch und dem Fernseher – noch einige Kunden abwerben können.  Dann ist meiner Meinung nach genug Potential vorhanden. Ich denke, dass wir auch anhand einer Wirtschaftskrise, wie wir sie jetzt hatten, erkennen können, dass es in unserer Hand liegt, dem Kunden zu vermitteln, dass er mit einem überschaubaren Investment von 40-70 Euro im Monat etwas für seine Gesundheit tun kann.




 


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